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Christiane Irrgang, NDR Kultur Club Magazin, Juni 2005
Gebirgige Inseln, enge Dorfgemeinschaften, über Jahrhunderte hinweg eine Entwicklung in völliger Abgeschiedenheit, gleichzeitig aber eine große Sehnsucht nach der Ferne, die dazu führte, dass fremde Einflüsse begierig aufgesogen wurden – auf diese Weise ist in Japan eine einzigartige Kultur entstanden. Wer die Möglichkeit hat, dorthin zu reisen, kann sie auf eigene Faust entdecken. Als Alternative bietet sich „Japan hören“ an, eine musikalisch illustrierte Reise durch die japanische Kultur von der Mythologie bis in die Gegenwart. Die Journalistinnen Corinna Hesse und Antje Hinz haben die Texte für das Debüt ihres Hörbuchverlages geschrieben; Sprecher ist der Schauspieler Rolf Becker. Und während er von Geistern und Göttern, dem schönen Prinzen Genji, dem Ehrbegriff der Samurai oder dem Zauber der Geishas erzählt, erklingt dazu Musik von Trommeln, Bambusflöten, Muschelhörnern, Lauten und singenden Mönchen. Der Hörer erfährt, wie das Nô-Theater zum Gesamtkunstwerk wurde, und warum das Flötenspiel im Zen-Buddhismus nicht schön klingen soll; er lernt den japanischen Shakespeare und den Meister der Haiku-Kurzgedichte kennen. Das Unvollendete, das Vergängliche spielt eine große Rolle in der japanischen Kultur – auch Teezeremonie und Blumensteckerei legen ein Zeugnis davon ab. Ebenso prägend sind aber Ehrgeiz, Höflichkeit, Disziplin und immer wieder Tradition. Der Einfluss des Westens und die Bedeutung Japans für Europa schließen die kulturelle Rundreise ab. „Wer weiß, spricht nicht; wer spricht, weiß nicht“ – zumindest für dieses Hörbuch gilt die Überzeugung der Zen-Mönche nicht!
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